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Hagener bei den Fecht-Europameisterschaften

 Sala Ferjani, Chef der internationalen Kampfrichterkommission in Leipzig verabschiedet Olaf Grützner aus dem Spitzensport.Hagen/Leipzig, den 29. Juli 2010. Mit Olaf Grützner tritt einer der besten und angesehensten Kampfrichter im internationalen Fechtsport ab. Nach mehr als dreißig Jahren jurierte der Hagener bei den Europameisterschaften in Leipzig sein letztes Turnier auf internationalem Top-Niveau.

Ungewohnt emotional endeten für Olaf Grützner die Fecht-Europameisterschaften in Leipzig. Das Mannschaftsfinale im Damendegen war das letzte weltklasse Turnier, das der Hagener als Obmann leitete. Nach 170 Weltcups, zehn Weltmeisterschaften und sechs Europameisterschaften beendet Grützner seine beeindruckende Schiedsrichterkarriere.

Der Präsident des Deutschen Fechterbundes, Gordon Rapp, war eigens zur Planche gekommen, um Grützner vor dem großen Publikum für seine jahrzehntelangen Verdienste zu gratulieren. Das Leipziger Publikum spendete stehend Applaus und die meisten Nationalmannschaftstrainer und viele Fechter bedankten sich für die sachkundigen und fairen Entscheidungen, für die der Hagener bekannt und geachtet ist.

 Olaf Grützner (links) als Kampfrichter bei den Europameisterschaften in LeipzigOb Anja Fichtel, Sabine Bau, Peter Joppich oder Imke Duplitzer, in den vergangenen 20 Jahren hat Grützner Gefechte zwischen sämtlichen Weltklassefechtern geleitet. Viele von ihnen kamen nach der offiziellen Verabschiedung und fragten nach dem Grund für das plötzliche Aus.

„Ich gehe lieber jetzt, wo ich die überwiegende Mehrheit meiner Entscheidungen auch richtig ist und sich die Kollegen und Fechter fragen, weshalb hörst Du jetzt auf. Mit zunehmendem Alter schleichen sich sicher Fehler bei den Entscheidungen ein – das möchte ich den Aktiven nicht zumuten,“ so der Geehrte. Grützner war der letzte, amtierende deutsche Kampfrichter, der über die internationale A-Lizenz verfügt. Aktive Fechter und Trainer zollten ihm für seine Entscheidung Respekt. Es ist diese geradlinige Art, die ihn in den vergangenen Jahren stets ausgezeichnet hat.

Zum Ende seiner aktiven Zeit fragte ihn Gordon Rapp, ob er seine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht in anderer Form dem Deutschen Fechtverband zur Verfügung stellen möchte. Zunächst bleibt Grützner weiterhin Mitglied der deutschen Kampfrichterkommission des Deutschen Fechterbundes.

Statt Langeweile wird Energie in den Hasper Fechtclub gesetzt

Kurz vor dem Finale im Damendegen (Polen gegen Italien) ehrt der Präsident des Deutschen Fechterbundes, Gordon Rapp, Olaf Grützner (links) für seinen jahrzehntelangen Einsatz als KampfrichterBedenken vor auftretender Langeweile hat der im sachsen-anhaltinischen Merseburg geborene Grützner nicht: „Ich werde meine ganze Energie in die Aus- und Weiterbildung der Jugend im Hasper Fechtclub stecken und nebenbei vermehrt selbst auf Turniere fahren.“ Die Fechtabteilung wird es freuen, erlebt der Club seit drei Jahren eine Renaissance, an der Grützner als Trainer beteiligt ist. Erst bei den letzten Landesmeisterschaften Anfang des Monats gewann der Traditionsclub zwei Gold- und zwei Silbermedaillen und belegte Platz drei im Medaillenspiegel.

Am Rande notiert:

Extra zur Verabschiedung kam Wolfgang Randolph zu den Europameisterschaften nach Leipzig. Er war vor 41 Jahren Grützners erster Fechttrainer in Merseburg.

Zur Person

Olaf Grützner begann seine Fechtkarriere im Jahr 1969 bei „Empor Merseburg“. Er ist mehrfacher westfälischer Seniorenmeister mit Florett, Degen und Säbel. In seiner Paradedisziplin, dem Säbel, ist er zweifacher deutscher Vizemeister. 2008 wurde er erstmals für die Senioren-Nationalmannschaft zu den Weltmeisterschaften in Sydney nominiert, 2009 holte er die Nominierung für die Weltmeisterschaft in Moskau.

 

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Wir danken dem Autor Aljoscha Kertesz für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Textes.
Aljoscha Kertesz ist selbst aktiver Fechter und wurde 2006 von Olaf Grützner trainiert. Seit dem 1. August 2010 startet er für den TV Kempten. Mehr über ihn auf seiner Website http://www.kertesz.eu.

Dieser Text wurde auch auf Der Westen sowie in der Druckversion von Westfalenpost und Westfälische Rundschau veröffentlicht.



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