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22. April 2010
Frank und Michael sind zurück aus Weeze vom Fisherman's Friend StrongmanRun 2010 und dürfen sich jetzt beide offiziell als "Strongman" bezeichnen. Dazu gibt es am Ende dieses Artikel auch eine Galerie mit Bildern (alle Aufnahmen: © 2010 Sportograf).
Beim - laut Veranstalter - "stärksten Lauf aller Zeiten" kamen kamen beide ins Ziel. Michael nach 2:36:01 h (Platz 802), Frank nach 3:26:57 h (Platz 3.746). Klingt auf den ersten Blick nicht nach guten Plätzen, klingt aber besser, wenn man die Umstände kennt: Nach offizieller Angabe waren 8.940 Läufer gemeldet, 6.955 gingen an den Start, 5.988 kamen mehr oder weniger heile im Ziel an. Der letzte nach 5:13:28 h.
Dass fast 1.000 nicht an den Start gingen trotzdem sie das erkleckliche Startgeld gezahlt hatten, war übrigens zum großen Teil der etwas hausbackenen Organisation geschuldet. Schon seit dem Morgen stauten sich die Anreisenden in langen Autoschlangen. Früh anreisen war müßig: Die Parkplätze waren voll. Der Veranstalter wird vermutlich gedacht haben, es kommen alle zu Fuß. In den Vorjahren gab es wohl genau das gleiche Problem, aber da hat man sich ja wohl gedacht, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass das auch in diesem Jahr schon wieder so sein könnte. Die Lottozahlen sind ja auch immer anders, oder ...?
Es "Eingebung" zu nennen, wäre sicher hoch gegriffen, aber Michael wurde die Stausteherei irgendwann zu bunt und die Zeit etwas knapp. Also wurde in einem Ort namens Wemb geparkt, noch ca. 5 km vom Start entfernt. Da war es kurz nach 11 Uhr. Der Startschuss war für exakt 12 Uhr angesetzt. Umziehen, alles im Auto verstauen, Startnummern anstecken, durchatmen, Schuhe zu und los. Dann war wohl verschärftes Warmlaufen angesagt. Die beiden trabten dann wirklich schlappe 5 km Richtung Flughafen Weeze. Die ganze Zeit ging es an einer so gut wie stillstehenden Schlange von Autos mit potentiellen Teilnehmern des Laufs vorbei. Einige werden sich beim Blick auf die Uhr so langsam auch ihren Teil gedacht haben. Die böse Vorahnung, den Start schlicht und ergreifend zu verpassen, sollte für viele die bittere Wahrheit werden.
Und es ging für Michael und Frank gerade noch glatt und es klappte wie am Schnürchen. Nach 5 Kilometern noch Im Laufschritt über den (vollen, gesperrten) Teilnehmerparkplatz, durch ein Wäldchen und da setzte sich das Starterfeld auch schon in Bewegung. Keine Pause für die Beiden. Dank Zeitmessung per Chip zählt die Zeit wie bei den meisten großen Läufen sowieso erst ab Überqueren der Startlinie. Das war also kein Problem und alles ging nahtlos ineinander über.
Dann ging es über viele Kilometer über wirklich harte, steile, nasse, staubige, schmutzige Hindernisse, durch eiskaltes Wasser, über Sandhügel, durch Schlamm und Lehm, über Baumstümpfe, Autoreifenberge, Betonröhren, über(!) ehemalige Bunker und Militärgebäude und über Stock und Stein. Einigermaßen eben, fest und trocken waren eigentlich nur der Start und der Zieleinlauf.
23,5 statt 18 Kilometer Streckenlänge
Eine weitere Kleinigkeit in Sachen Organisation verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung: In der Ausschreibung wurde die Streckenlänge mit 18 Kilometern angegeben.
Die Länge der Strecke wird voraussichtlich 18 Kilometer in 2 Runden à 9 Kilometer betragen.
Wir planen die Strecke mit 13 Hindernissen in der 1. Runde und 14 Hindernissen in der 2. Runde.
Na klar ... Das Organisations-Team wurde von einigen aktiven Teilnehmern übrigens als "Hindernis Nr. 28" bezeichnet. Was z.B. diese Angabe zur Länge der Strecke anging, waren viele Läufer durchaus anderer Meinung als die Veranstalter. Auch die beiden Teilnehmer vom HFC teilten die Ansicht des "Orga Teams" nicht. Die GPS-gestütze Uhr an Michaels Handgelenk zeigte völlig andere Entfernungen an als die Schilder an der Strecke suggerierten. Im Ziel waren dann deutlich über 23 Kilometer gemessen. Nach zahlreichen Nachfragen und Protesten gab der Veranstalter dann am Mittwoch endlich schriftlich zu, dass es in Wahrheit 23,5 km waren:
4.) Strecke: In der Tat war die Strecke länger als 18km – es wurden kurzfristig noch einige Haken und Schlenker eingebaut, um die Strecke für Euch a) noch weiter zu entzerren und Staus zu vermeiden und b) möglichst matschig zu gestalten – aufgrund des guten Wetters war das Gelände teilweise sehr trocken! Insgesamt war die Strecke ca. 23,4 km lang – Gratulation an alle Starter: Eure Zeit ist somit noch mal besser, als sie eh schon war.
Also mal eben schlappe 5,5 Kilometer mehr. Die beiden haben also an diesem Tag ein ordentliche Strecke zu Fuß hinter sich gebracht: 5 km zum Start, 23,5 laufen, und dann nochmal mit schmerzenden Waden und Füßen 5 zurück zum Auto.
Fazit: Es war sehr anstrengend. Die Organisation und die PR waren - wie von diesem Veranstalter gewohnt - nach Gutsherrenart. Aber es hat riesigen Spaß gemacht. Wenn andere Vereinsmitglieder bei den Fotos unten Lust bekommen, im nächsten Jahr dabei zu sein: 1. Rechtzeitig anmelden! 2. Trainieren! 3. Trainieren! 23,5 Kilometer über diese Hindernisse sind wohl wirklich kein Spaziergang.
Damit Ihr die beiden auch erkennt: Frank trägt ein blaues T-Shirt, ein schwarze Hose, farblich nicht passende Arbeitshandschuhe und Startnummer 1586, er trägt sein Haar offen. Michael ist gekleidet in gedeckten, dunklen Tönen, das bunte Halstuch beißt sich etwas mit dem Rot der Startnummer. Er hat eine schwarze Mütze auf dem Kopf (wo auch sonst?) und Startnummer 1512. Immerhin ist die Kappe nicht nach hinten gedreht ...
Alle Fotos: © Sportograf 2010





